6. BBV-Kunstausstellung 2020 "Auf Augenhöhe. Portraits von Menschen, Tieren und Pflanzen" von Rita Mühlbauer

Ort: Christa-Spangenberg-Saal
Vernissage, 25. September, 19 Uhr
Sa./So. geöffnet von 11 bis 19 Uhr

Der Mensch ist die Krone der Schöpfung! Mit dieser Überzeugung hat ein Gutteil der Menschheit lange Zeit ihren Platz im Zentrum behauptet. Jedoch, mit zunehmender Differenzierung der Wissenschaften, kam dieses Selbstbild nach und nach ins Wanken, nicht zuletzt aus evolutionsbiologischer Sicht. Dass dieses Gefühl der Überlegenheit insgeheim auch von Zweifeln und Befürchtungen begleitet war, zeigen die Mythen, Sagen und Märchen der Menschheitsgeschichte.

Machtvoll und unheimlich erscheinen da die Naturgeschöpfe. Menschen verwandeln sich in Tiere oder Pflanzen, genauso wie diese sich in menschliche Wesen verwandeln. Daneben bevölkern unzählige Misch- und Fabelwesen die mythologischen Welten. Mit der Abgrenzung tat man sich offensichtlich schwer, wie heute ja auch - eine verstörende, oszillierende Angelegenheit.

Wir alle sind Natur! Als biologische Wesen sind wir, so gesehen, auch Tiere und Pflanzen und es gibt zahlreiche verblüffende Ähnlichkeiten. Die Menschenwelt ist untrennbar verflochten mit der Welt der Tiere und der Welt der Pflanzen. Und alle sind wir als irdische Organismen mit dem Kosmos verbunden, unter denselben Bedingungen und Gesetzen. Evolutionsbiologisch betrachtet aber sind wir als Menschen nur ein sehr kleiner Teil in einem unendlich langen Prozess – so gesehen sind wir Eintagsfliegen!

Junger Karakara und Esmeralda - Rita Mühlbauer  Bobby und das Gartenstiefmuetterchen - Rita Mühlbauer

Nach wie vor ist unser Verhältnis zur Andersartigkeit unserer Verwandten zwiespältig. Wir bestaunen sie, bewundern und beneiden sie, - und wir lieben sie. Wir töten, ernten und essen sie und  verdanken ihnen so unser Überleben. Wir fürchten und verehren sie, und wir haben sie zu Göttern gemacht. Schließlich gibt es nach wie vor Grund genug die zerstörerische Gewalt der Natur zu fürchten! Unsere Mitgeschöpfe sind und bleiben uns unzugänglich in unüberwindbarer Distanz.

Und dennoch – unsere Blicke begegnen sich. Wir blicken Tiere an, und Tiere blicken uns Menschen an. Und wie sie uns sehen, bleibt rätselhaft.

Aus dieser allgegenwärtigen Irritation in der wechselseitigen Beziehung zu Pflanzen und Tieren entstanden diese Bilder (Aquarell, Farbstift, Acryl). Manche Portraits stützen sich auf faszinierende Fotos, andere sind vor lebendem Modell gemalt. Teils sind es Einzelportraits, teils gemischte Portraits, immer „auf Augenhöhe“. Vieldeutig, und verstörend, sinnlich schön und oft auch komisch. Manchmal hat sich die Künstlerin einen Spaß daraus gemacht…

Nike und Munin - Rita Mühlbauer  Sophia und schwarzes Schaf - Rita Mühlbauer

Datum der Veranstaltung: 
Freitag, 25 September, 2020 - 11:00 bis Sonntag, 27 September, 2020 - 19:00